Neues Album Erdenwind

Unser neues Album „Erdenwind“ ist im Shop erhältlich. TIP: Die Single-Auskopplung „Meine Stadt“ gleich mitbestellen.

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WIR IM SCHALLMAGAZIN – Die guten Werte

Die Handschrift von Karussell hat im 42. Jahr für die Fans noch immer die gleiche Faszination.

Als das neue Album „Erdenwind“ der Leipziger Rocker von Karussell in der Kuppelhalle der Leipziger Volkszeitung interessierten Medienmenschen kredenzt wurde, war sogar die städtische Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke mit auf der Bühne, um ihren Respekt vor dem jahrzehntelangen Schaffen der Herren in Worte zu fassen. „Die Lieder treffen immer wieder das Lebensgefühl vieler Menschen“, so Frau Dr. Jennicke. „Wobei sie das Leipziger Credo ,Freunde willkommen heißen!‘ in alle Ecken des Landes tragen. Sie sind ehrlich und offen und ich hoffe, dass die Band sich diese Charakteristika erhalten kann.“ Und genau darum geht es bei der Rockmusik von Karussell. Sechs gestandene Männer, erdig und verbunden mit ihrer heimatlichen Scholle, rockend und verlässlich. Und dies seit 1976. Damals verwuchsen Teile der Amateurkapelle Fusion mit ehemaligen Mitgliedern der gerade kurz zuvor verbotenen Leipziger Klaus Renft Combo; der Charismatiker Peter „Cäsar“ Gläser wurde Sänger, und Lieder wurden Legende. Wolf-Rüdiger Raschke, schon von Anfang an mit dabei, sagt: „In einem medial zwiegespaltenen Land wie dem derzeit unsrigen, gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, populär zu werden. Wir müssen das glücklicherweise nicht mehr. Unsere Fans sind unsere Handschrift gewöhnt und genau diese wollen sie auch.“ Und Joe Raschke, Sohn des Gründungsvaters und jetziger Frontmann, fügt an: „In Deutschland gibt es ja ständig etwas mitzuteilen. Es ist genau jetzt Zeit, sich textlich und musikalisch wieder zu melden. Ich persönlich mag es ja bunt und individualistisch …, dass Menschen die Freiheit gegeben ist, sich zu entfalten und sich zu äußern.
Das sind gute Werte. Vor etwas mehr als zehn Jahren schob Joe mit seinem frischen Charme das Comeback der Band an. Diese hatte sich gerade aufgemacht, zuzumachen, auch um die Lieder nicht durch dauerhaftes Durchnudeln zu verwässern.

„Es ist uns völlig klar, wie schwer es ist, in westdeutschen Radiostationen gespielt zu werden. Aber das ist nun mal so. Es gibt Bands aus Bayern, die spielt hier in Sachsen auch keine Station. Wir waren und sind ja sowieso viel mehr eine Live-Band. Und wir spielen eben auch verdammt gern hier für unsere Freunde und Fans“,

so Raschke, der Jüngere. Das neue Album wurde in den Berliner Hansa-Studios aufgenommen, was man ihm auch anhört. Vielleicht keine große Kunst, wenn Kunst das ist, was niemand versteht. Vielleicht ganz große Kunst, wenn Kunst das ist, was viele Menschen erreicht und berührt. Und schlussendlich hatte ja auch David Bowie seine Zeit in den Hansa-Studios. Und der hat ja auch hauptsächlich sein eigenes Ding gedreht. „Mittlerweile kommen zu unseren Konzerten drei Generationen – und das ist sehr schön so. Großeltern, Eltern und Kinder, da verbindet jeder seine Geschichte mit unseren Liedern, ob nun die NVA-Zeit oder das heutige Leben in der wachsenden Großstadt – wie mit unserem Lied ‚Meine Stadt‘, einem lieben Gruß von Menschen, die hier geboren sind.“ Dieses ehrliche, mit den Fans harmonisierende Miteinander, zeigt sich auch in vielen Aktionen neben dem reinen Rock. So durften Karussell während „Ela singt“ einer jungen Frau mit Handicap den Wunsch ihres Lebens erfüllen, was sogar zu einem Dokumentarfilm geriet – oder die vielfachen Treffen mit dem äußerst rührigen Karussell-Fanclub, der
gerne in der verwunschenen Kleingartenkneipe „Frische Priesse“ in Leipzig-Leutzsch tagt. Hier ist dann auch gern einmal Roman Raschke, auch Teil des Raschke-Klans und Cousin von Joe, Kabarettist und Liedrocker,
am Tisch, um sich ausfragen zu lassen und ein Getränk zu stemmen. „Live haben wir noch nie versagt“, so Joe schmunzelnd. „Einfach, weil es eine ehrliche Sache ist. Wir sind ganz nah an den Leuten
dran, brauchten auch noch nie eine Security. Unsere Fans haben einfach ein hohes menschliches Niveau!“ Das mittlerweile zehnte Album mit seinen elf Songs ist dementsprechend voll echtem Karussell-Material. „Unsere Fans wollen ja auch immer wieder neue Lieder.“

Schallmagazin >> Text: Volly Tanner / Foto: Thomas Nitz